Bessere Tierhaltung

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Mindeststandards. Zudem stammt hierzulande nur ein Bruchteil des verkauften Frischfleischs aus Tierställen der Initiative. 

Verbraucher haben bei konventionellem Fleisch kaum die Möglichkeit, sich über die Tierhaltung zu informieren wie Greenpeace im aktuellen Siegel-Ratgeber für Schweinefleisch zeigt. „Lidl kann in Deutschland Vorreiter werden und Billigfleisch aus Massentierhaltung aus seinen Regalen werfen“, sagt Zimmermann. „Die Händler müssen nicht auf die Politik warten.“

Die industrielle Tierhaltung verursacht riesige Umweltprobleme. Sie erzeugt große Mengen an Treibhausgasen, die zur globalen Überhitzung beitragen. Ein Übermaß an Gülle verursacht zu hohe Nitratwerte in Oberflächen- und Grundwasser, die Wasserversorger vor immer größere Probleme stellen. Was bis zum Jahr 2050 passieren muss, damit auch die Landwirtschaft einen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele leistet und das Artensterben gestoppt wird, zeigt Greenpeace in seinem „Kursbuch Agrarwende 2050“. Der Fleischkonsum muss um 50 Prozent gesenkt, Pestizide von den Äckern verbannt und die Überdüngung deutlich reduziert werden.


 

Warum konzentrieren wir uns auf Schweinefleisch?

Das beliebteste Fleisch der Deutschen ist Schweinefleisch. Von 59,2 kg Fleisch, die durchschnittlich jeder Deutsche pro Jahr verzehrt, sind 37kg Schweinefleisch. Die deutsche Schweinefleisch-Industrie gehört mit zu den größten weltweit. Die hohe Tierzahl und zunehmende Tierhaltungsdichte ist verantwortlich für gravierende Umweltprobleme: 20% der in Deutschland produzierten Gülle und des Luftschadstoffs Ammoniak kommen aus der Schweinehaltung. Die Tierhaltungsstandards sind miserabel. Gentechnik im Futter und Antibiotikagaben sind die Regel.


 

Warum legen wir den Schwerpunkt auf Discounter?

  • Der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) gehört mit zu den Großabnehmern von deutschem Schweinefleisch. Der Marktanteil von Discountern im LEH liegt bei 41,1 Prozent.

  • Aufgrund ihrer Marktmacht haben Einzelhandelsketten und insbesondere Discounter eine überaus bedeutende Rolle und Verantwortung bei der Definition von Qualitätsstandards, der Umsetzung von Prozessinnovationen und der Realisierung erhöhter Tierschutzstandards.

  • Lidl und Aldi betreiben eine offensive Billigpreis-Politik und verramschen Fleisch zu Niedrigpreisen.

  • Bei der Schweinehaltung sind Lidl und Aldi ähnlich schlecht.

  • Beide sind gleichzeitig daran interessiert, Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit zu werden. Sie liefern sich einen regelrechten Wettbewerb in der Neuausrichtung.


 

Erfolg!

Die Greenpeace Kampagne gegen Lidl Anfang Februar einen großen Meilenstein erreicht:
Lidl will das gesamte Frischfleisch seiner Eigenmarke von Schwein, Rind, Pute und Hähnchen in ganz Deutschland mit einer 4-stufigen Haltungskennzeichnung versehen. Und das schon ab April 2018!!
Die Haltungskennzeichnung ist aufgeteilt in:
Stufe 1=Stallhaltung nach gesetzlichem Standard,
Stufe 2=Stallhaltung Plus (Initiative Tierwohl),
3=Auslauf (darunter fallen Fleischprodukte z.B. mit dem Siegel des Deutschen Tierschutzbundes Einstiegs- und Premiumsstufe),
4=Bio

Anfang 2019 soll 50% der Frischfleischprodukte auf Stufe 2 sein.

Es ist das erklärte Ziel, dass es langfristig kein Fleisch mehr mit Stufe 1 im Laden gibt. Lidl weiß darum, dass auch die Kriterien der Initiative Tierwohl derzeit nicht ausreichen. Langfristig soll auch dies angehoben werden und der Anteil unter Stufe 3 erhöht werden.

Lidl hat angekündigt die Kennzeichnung zu bewerben, damit Verbraucher auch wirklich verstehen, was sich hinter welche Ziffer verbirgt.

https://www.welt.de/wirtschaft/article173091310/Lidl-bietet-bald-Fleisch-in-vier-Qualitaeten-an.html